Thomas Schnider

«Giotä Morgä!» Ein Handschlag. Draussen ist es noch dunkel, als Thomas Schnider, Leiter der Molkerei-Käserei Schnider in Giswil, einen Landwirt in breitem Obwaldner-Dialekt vor seiner Käserei begrüsst.

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Die Milch, die der Bauer und seine Berufskollegen Schnider täglich anliefern, stammt aus der unmittelbaren Umgebung. Auf Qualität und kurze Transportwege, auch aus ökologischen Gründen, legt der zweifache Familienvater grossen Wert. Es ist ihm wichtig, den Landwirten «e rächte Priis», wie er es nennt, für den Rohstoff des Käses zu bezahlen. Von Ende Mai bis im September produziert er einen Teil seines Käses auf der Fluonalp hoch über dem Sarnersee. «Das war immer ein Bubentraum von mir.»

Im Herbst wieder im Tal, entwickelt der humorvolle Schnider gemeinsam mit seinen vier Angestellten, seiner Ehefrau, den Eltern sowie seinen beiden Schwestern stets neue und innovative Produkte. Dazu gehört gewiss auch der Jakobsweg-Käse, ein Halbhart-Käse. «Der Jakobsweg führt durch unser Dorf. Mit dieser Namensgebung können wir die Verbindung dieses regionalen Produktes zur Gegend sehr gut aufzeigen», so Schnider. Der pfiffige Käser liess diesen Namen schützen. Der Erfolg gibt ihm recht. Mittlerweile ist der Jakobsweg-Käse nicht nur in der Schweiz, sondern auch in Deutschland ein Renner. Es seien die Eltern gewesen, die Gründer des Unternehmens, die ihm schon früh die Bedeutung der Innovation bewusst gemacht hätten, zeigt sich Schnider dankbar. «Man muss bewegen, sonst wird man bewegt», pflegte schon sein Vater Hanspeter zu sagen. Schnider Juniors neuster Coup: Er tüftelt an einem Enzym zur Milchgerinnung auf pflanzlicher Basis. Damit auch Vegetarier in Zukunft die Spezialitäten vom Fusse des Giswilerstocks bedenkenlos geniessen können.