Pascal Meier

Da stehen sie vor den kupfernen Sudkesseln der Brauerei Felsenau in Bern und prüfen das Bier «Bärner Müntschi», welches im Innern vor sich hinkocht. Die Rede ist von Sepp Meier und seinem Sohn Pascal, welche als Braumeister die Produktion der Traditions-Brauerei leiten.

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Wie der Vater, so der Sohn

Lange deutete nichts darauf hin, dass Pascal denselben Berufsweg einschlagen würde wie sein Vater. «In der Oberstufe konnte ich als Schnupper-Lehrling bei meinem Vater einen ersten Einblick in die Tätigkeiten des Braumeisters gewinnen. Aber das fand ich furchtbar langweilig.» Ein paar Jahre später hingegen kam er – im wahrsten Sinne des Wortes – auf den Bier-Geschmack. Nach einer Zusatzlehre als Brauer absolvierte Pascal Meier die zweijährige Ausbildung zum Braumeister an der Braumeisterschule in der Bier-Metropole München. Dort standen Fächer wie Chemie, Mikrobiologie oder Verfahrenstechnologie auf dem Stundenplan. Das Diplom in der Tasche, folgte er schliesslich vor vier Jahren seinem Vater in die Brauerei Felsenau, wo seit 1888 Bier gebraut wird. Wie damals stammt das Wasser für die Produktion aus der brauereieigenen Quelle. Auch die Gärung der Biere findet wie vor 130 Jahren in offenen Bottichen und nicht, wie heute üblich, in geschlossenen Gärtanks statt. «Dies
macht unser Bier so aromatisch und hebt uns von den anderen Brauereien ab», erklärt der 33-jährige Jung-Braumeister nicht ohne Stolz. «Soulecker», wie Pascal Meier es in breitem Berndeutsch ausdrückt, findet er das Junkerbier. «Die hopfige Note verbinde ich automatisch mit Feierabend.» Ist der Fussball-Fan ausserhalb Berns unterwegs, hat er dennoch kein Problem, andere Biere zu trinken. «Du kriegst überall auf der Welt das beste Bier, denn jedes Bier schmeckt in der Region am besten, in der es gebraut
wird. Ein Bier braucht Heimat.»